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St. Martin, Heilige Elisabeth und St. Nikolaus

St. Martin, Heilige Elisabeth und St. Nikolaus
St. Martin, Heilige Elisabeth und St. Nikolaus

 

 

St. Martin, Heilige Elisabeth und der Hl. Nikolaus

 

Mit der dunklen Jahreszeit kommen viele katholische Feste und Bräuche in den Blick und werden gefeiert,

auch von Menschen, die nicht besonders „fromm“ und erst recht nicht katholisch sind. St. Martinszüge

mit Laternen und großen Feuern sind allen ein vertrauter Anblick, manchmal taucht sogar ein „echtes“

Pferd mit Reiter auf. Und erst der Nikolaus! Als Schokoladenfigur seit August in den Verkaufsregalen zu

finden, mit dem Weihnachtsmann verwechselt, und als Krummstab-Mann mit Bart in vielen Schulen

und Kindergärten unterwegs. Aber auch die Hl. Elisabeth, deren Gedenktag am 17. November begangen

wird, ist vielen nicht unbekannt. Das Brauchtum blüht, auch in säkularen Zeiten und bei vielen, die

sonst „mit Kirche nicht viel am Hut“ haben. Warum ist das eigentlich so, bzw., was feiern wir da eigentlich?

Eine Annäherung an die jetzt so stark in Erscheinung tretenden Heiligenfeste ist vielleicht über einen

Mann möglich, der im allgemeinen Sprachgebrauch mindestens ebenso präsent ist, dem sogenannten

Barmherzigen Samariter. Dieser „Mann aus Samaria“ steht wie niemand sonst für die Nächstenliebe,

die Jesus als zentral für unseren Auftrag als Menschen in der Welt ansieht. Die Erzählung vom

 Samariter, der sich um den unter die Räuber gefallenen Verletzten kümmert, der nicht – wie der

Priester und der Tempeldiener vorher – einfach vorbeigeht, ist Jesu Antwort auf die Frage des

Schriftgelehrten : „Wer ist mein Nächster?“. Eine nachvollziehbare Frage: Dem Freund zu helfen,

ist für viele zumindest theoretisch selbstverständlich. Schnell dünnt diese Bereitschaft aber aus,

wenn es sich nicht um Freunde, wenn es sich um „Fremde“, oder wie im Fall des Samariters, sogar

um Feinde handelt.

Und damit wird die unverminderte Brisanz dieser Erzählung deutlich. Den Nächsten in Not sehen,

wo er sich mir stellt, das ist die Herausforderung. Und zurzeit so umstritten wie lange nicht.

„Wir wollen ja helfen, aber...“ Dieses „aber“ bestimmt die Debatten um viele Bereiche, in denen es

um Notsehen und Not lindern geht; nicht nur in der „Flüchtlingsdiskussion“, auch wenn es um

Sozialgesetzgebungen geht, um Arbeitslosigkeit und Unterstützung im Krankheitsfall, um

Wohnungsnot, um Obdachlosigkeit. Ohne Wenn und Aber haben die Menschen zugepackt, deren

Feste zurzeit begangen werden, Menschen, die wir „Heilig“ nennen: Martin, der römischen Offizier,

Elisabeth, die ungarische Prinzessin, Nikolaus, der Bischof. Sie alle haben in ihrem Leben den

Nächsten in verschiedener Weise und zu verschiedenen Zeiten gesehen und reagiert. Sie waren

„barmherzige Samariter“, als es Not tat. Deshalb feiern wir die großen Feste zurzeit, deshalb

ziehen die Kinder mit Laternen durch die Straßen. Damit die Welt ein wenig heller wird.